Blinddarmentzündung

(Appendizitis)

Was ist eine Blinddarmentzündung?

Der Blinddarm ist ein kleiner, fingergroßer Wurmfortsatz an der Stelle, an der Dick- und Dünndarm aufeinander treffen.

Wie tritt sie auf?

In den meisten Fällen wird die Entzündung von einer Verstopfung der Blinddarmöffnung ausgelöst. Diese wird ausgelöst durch eine gesteigerte Lymphzellenproduktion, aufgrund einer Infektion oder einem Verdauungsrest oder einem Parasiten.

Was sind die Symptome?

Die Symptome einer Blinddarmentzündung sind:
  • andauernde Bauchschmerzen, gewöhnlich in der Bauchmitte um den Bauchnabel herum, die in die rechte, tiefere Seite des Bauches wandern
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Übelkeit
  • Schmerzempfindlichkeit auf der rechten Bauchseite
  • Fieber, gewöhnlich nicht sehr hoch

Wie wird sie diagnostiziert?

Manchmal ist es schwierig eine Blinddarmentzündung zu diagnostizieren. Die Diagnose wird nach der Zusammenfassung aller Befunde (Untersuchungsbefund, Laborwerte, Ultraschall) gestellt. Ist die Diagnose anfänglich nicht sicher zu stellen, so ist eine weitere stationäre Behandlung mit regelmäßigen Verlaufskontrollen notwendig. Spätestens am zweiten Tag nach der stationären Aufnahme wird sich abzeichnen, ob eine Operation notwendig ist.

OP-Foto

Wie wird sie behandelt?

Besteht der hinreichende Verdacht, dass eine Blinddarmentzündung vorliegt, so muß möglichst bald operiert werden. In Aurich operieren wir die Blinddarmentzündung i.d.R. laparoskopisch. Ist der Wurmfortsatz erst einmal geplatzt, so breitet sich die Infektion über den Bauchraum aus und löst eine Peritonitis aus (eine Entzündung des Bauchfells). Der Blinddarmdurchbruch könnte auch einen Abszeß (eine Ansammlung von Eiter) in der Nähe des Durchbruchs auslösen. In diesen Fällen kann die Operation meist nur mit einem richten Schnitt weitergeführt werden.

Abhängig, wie der Magen-Darm-Trakt seine Tätigkeit nach der Operation wieder aufnimmt, wird der Nahrungsaufbau vorgenommen, zuerst mit Tee, dann mit flüssiger Kost, passierter Kost, leichter und schließlich normaler Kost.

Da sich Ärzte nicht immer sicher sein können, daß der Blinddarm entzündet ist, bis sie ihn bei der Operation untersucht haben, werden etwa 15% der Blinddärme entfernt, ohne dass sie entzündet sind. Es ist aber durchaus angemessen für einen Chirurgen die Entfernung eines gesunden Blinddarms zu riskieren, so dass er oder sie sicher sein können, nicht einen Fall von echter Blinddarmentzündung zu übersehen.

Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt?

Der normale Krankenhausaufenthalt nach einer Appendektomie liegt bei 2 Tagen, wenn der Blinddarm nicht aufgebrochen ist. Wenn der Blinddarm aufgebrochen ist, müssen Sie 7 Tage oder länger im Krankenhaus bleiben.

Kann ich einer Blinddarmentzündung vorbeugen?

Es gibt keinen Weg, einer Blinddarmentzündung vorzubeugen. Allerdings tritt eine Blinddarmentzündung seltener bei Menschen auf, die Nahrung mit hohem "Faser-" und Ballaststoffanteil zu sich nehmen, wie z.B. rohes Gemüse oder Obst.

Wenn Sie befürchten, eine Blinddarmentzündung zu haben, suchen Sie sofort einen Arzt auf, so dass der Blindarm (falls tatsächlich entzündet) entfernt werden kann bevor er aufbricht.